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Diagnose und Symptome der MS

Man nennt die Multiple Sklerose auch die Krankheit der tausend Gesichter, da sie sich bei jedem Betroffenen wieder anders auswirken kann. Oft dauert es viele Jahre, ehe man eine sichere Diagnose hat. Bis heute gibt es leider kein eindeutiges Diagnoseverfahren, jedoch stützt man sich auf diverse Untersuchungen, die einen bestehenden Verdacht erhärten können.

MRIHäufig wird eine Magnetresonanz-Tomografie (MRI) angeordnet, um MS-Läsionen auf den Bildern erkennen zu können. Dabei wird dem Patenten meist ein Kontrastmittel intravenös verabreicht, das von entzündeten Stellen im zentralen Nervensystem gut aufgenommen wird. Dann schiebt man den Betroffenen in eine "Röhre", wo durch starke Magnetfelder das Innere des Gehirns oder der Wirbelsäule sichtbar gemacht wird. "Tranchenweise" werden die verdächtigen Regionen abgelichtet und anschließend betrachtet. So können nicht nur akute, sondern auch vergangene Entzündungen und deren Folgen erkannt werden.

Da Magnetstrahlen gegenüber herkömmlichen Röntgenstrahlen unbedenklicher sind, stellen höchstens die intensive Lärmbelastung in der Röhre, die Tatsache, daß man sich während der ganzen Prozedur möglichst nicht bewegen sollte sowie möglicherweise die Enge im Innern für den Patienten eine gewiße Herausforderung dar.

Zusätzlich zur Kernspintomografie oder Magnetresonanz-Tomografie wird die Diagnose durch eine Lumbalpunktion untermauert. Das Rückenmark wird von einer Flüssigkeit umspült, die man Liquor nennt. Mittels einer Spritze wird ein Teil dieser Flüßigkeit im unteren Teil der Wirbelsäule entnommen und mikroskopisch sowie chemisch-immunologisch untersucht. Da bei MS-Patienten häufig eine Vermehrung der Zellen im Nervenwaßer sowie der Eiweiße vorhanden ist, kann ein bestehender Verdacht auf die Krankheit mittels der Lumbalpunktion untermauert werden. Bestimmte Antikörper im Liquor können außerdem auf eine mögliche Multiple Sklerose hinweisen.

Symptome

Zu Beginn der Krankheit bilden sich die Symptome meistens wieder zurück (Remißion), während später immer öfter neurologische Defizite bestehen bleiben. Am Anfang kommt es häufig zu Seh- oder Sensibilitätsstörungen. Welche Auffälligkeit entsteht hängt damit zusammen, wo sich im zentralen Nervensystem die Entzündung befindet. Die meisten Betroffenen erleben im Verlauf der Krankheit ganz unterschiedliche Symptome. Da das Gehirn den Ausfall gewißer Nervenleitungen zu kompensieren vermag, ergeben sich manchmal relativ lange symptomfreie Zeitabschnitte.

zentrales NervensystemEntzündungen des Sehnervs laßen eine Sehunschärfe entstehen, die von einem milchigen Schleier bis zu vollkommener Blindheit gehen kann. Oft schmerzt das betroffene Auge. Außerdem können Lichtblitze auftreten, die auch bei geschloßenen Lidern wahrgenommen werden.

Entzündungen im Rückenmark der Halswirbelsäule führen häufig zu Empfindungsstörungen oder Schmerzen in den Extremitäten. Besonders zu beachten ist hierbei das Lhermitte-Zeichen, das auf Entzündungsherde im Mark der Halswirbelsäule hinweisen kann. Dabei empfindet der Patient beim Vorbeugen des Kopfes eine Art "Elektrisieren", das bis in die Gliedmaßen spürbar sein kann. Das Lhermitte-Zeichen kommt dadurch zustande, daß die Hirnhäute im Bereich der Wirbelsäule schmerzempfindlich und nicht dehnbar sind.

Zu den Sensibilitätsstörungen gehören beispielsweise Empfindungen wie Krib-
bel- oder Taubheitsgefühle, Ameisenlaufen oder "wie auf Watte gehen". Zudem können Druck- oder Bandageempfindungen in Brust oder Bauch sowie Schmerzen oder Juckreiz auftreten. Manchmal ist außerdem das Wärme- und Kälteempfinden beeinträchtigt. 

Ist das motorische System im Kleinhirn betroffen, treten oft Lähmungserscheinungen in Armen und Beinen auf, die häufig durch eine gewiße Spastik verursacht werden. Die Spastik kann sich vorerst auch nur durch eine gewiße Steifheit oder Spannungen in den Beinen auswirken. Durch einen veränderten Muskeltonus kommen gelegentlich weitere Schwierigkeiten hinzu. So kann beispielsweise eine Muskelschwäche der Arme oder Beine auftreten, die das Gehen und andere Handlungen zusätzlich erschwert.

Herde in Hirnstamm oder Kleinhirn können verschiedenste Symptome auslösen. Sie reichen von Augenstörungen wie doppeltem Sehen über Schwindel und Schluckstörungen bis hin zu Sprachproblemen oder Koordinationsschwierigkeiten.

Sind vegetative Zentren und Nervenbahnen betroffen, treten häufig Blasen- und Darmprobleme sowie sexuelle Störungen auf. Zu Beginn handelt es sich in den meisten Fällen um Inkontinenz. Oft besteht mehrmals pro Stunde ein Harndrang, und der Betroffene ist ständig auf der Suche nach einer Toilette. Auch kann manchmal nicht mehr festgestellt werden, wann es Zeit ist, um den Darm zu entleeren. Im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit entwickelt sich gelegentlich auch eine Harnverhaltung. Die Blase kann nicht mehr vollständig entleert werden. Sexuelle Störungen betreffen meistens gewiße Mißempfindungen im Bereich der Genitalien, was die Ursache für Lustminderung und Orgasmusschwierigkeiten sein kann.

Viele Betroffene berichten im Verlauf der Krankheit über eine überdurchschnittliche psychische und physische Ermüdbarkeit, die sehr unangenehm sein kann. Manche an MS Erkrankten schlafen bis zu 16 Stunden täglich. Dies tritt ansonsten nur bei Säuglingen auf, deren Nerven- und Immunsystem sich ja ebenfalls noch weitgehend im Aufbau befindet. So gesehen wäre es verständlich, daß auch Menschen, deren Immunsystem angegriffen ist und deren Nervenfasern repariert werden müßen, viel schlafen.

Außerdem besteht eine gewiße Disposition zu depreßiven Zuständen, die jedoch unterschiedliche Ursachen haben. Einmal entstehen sie als Reaktion auf die Erkrankung selbst, können aber auch infolge einer Entzündung des zentralen Nervensystems auftreten.

 


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