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Anthroposophie

Copyright by Joujou/pixelio.deVolker Fintelmann beklagt in seinem Buch "Multiple Sklerose - Einzelschicksal oder Zeitenschicksal?", dass Rudolf Steiner sich nie direkt zur MS geäussert hat, führt dann aber seine eigenen Gedanken aus anthroposophischer Sicht zum Thema an. Darin betont er, dass die MS seiner Meinung nach nicht in erster Linie eine entzündliche, sondern eine sklerotisierende Krankheit sei. Dieser Verhärtung, die ja ein abbauender Prozess ist, versucht der Körper mit Entzündungen entgegenzuwirken, was aber leider nicht in jedem Fall gelingt.

Es gilt zu beachten, dass Sklerose immer aus einer Kältung hervorgeht. Die Wärme jedoch, die den gesamten Organismus durchdringt, ist ein wichtiges Element unserer Gesundheit. Wärme wird über das Blut in alle Körperregionen transportiert, was man sehr gut am eigenen Leib beobachten kann. Sind beispielsweise die Füsse nicht mehr gut durchblutet, beginnen sie zu frieren. Bewegen oder massieren wir sie, wird die Durchblutung angeregt, wodurch sich die Füsse wieder erwärmen. Bei der MS ist das zentrale Nervensystem von der Kälte betroffen, wodurch die aufbauenden Kräfte des Blutes abgedrängt werden und somit wirkungslos werden.

Viele an MS erkrankte Menschen haben oft kalte Extremitäten oder andere Körperzonen, an denen sie frieren. Ich selbst friere häufig ganz unerklärlicherweise, auch wenn das Thermometer im Zimmer auf 22 oder 23 Grad steigt. Von aussen zugeführte Wärme ist in diesen Momenten das einzige, was hilft. Heizkörper, Bettflaschen und Wolldecken sind dann meine liebsten Begleiter.

Wo kommt nun diese Kälte her? Der reichen Welt der Emotionen steht der "kühle" Intellekt gegenüber. Als moderne Menschen leben wir ständig in diesem Spannungsfeld. Um in einem gesunden Gleichgewicht zu bleiben, braucht der Mensch beides in einem ausgewogenen Verhältnis: sowohl den Verstand, als auch das Gefühl. Bei der MS kommt es jedoch zu einem Ungleichgewicht, bei dem der Intellekt die Emotionen dominiert. Entweder sind wir also zu stark verstandesorientiert oder aber die Gefühle sind zu schwach ausgeprägt, bzw. wir wagen es nicht, sie zuzulassen.

Die Ursachen dieser Kältung können sowohl im vorgeburtlichen als auch im frühkindlichen Bereich liegen. Möglicherweise durften wir unsere Emotionen nicht äussern, bekamen zu wenig Liebe oder an uns wurden bereits früh zu hohe intellektuelle Forderungen gestellt. Manchmal kann auch ein Missbrauch zu dieser Kältung führen. Schocks und Kümmernisse können jedoch bereits während der Schwangerschaft auf uns eingewirkt haben, oder wir waren im Kindesalter äusseren Umständen (beispielsweise ständige Unterkühlung, falsche Kleidung oder Ernährung usw.) ausgesetzt, die zur Kältung führten.

In meiner eigenen Biografie gibt es schwierige oder auch traumatische Vorkommnisse mit Personen, die ich sehr liebe und denen ich vertraute. Um mich vor weiteren Verletzungen zu schützen, begann ich, mich ihnen immer mehr zu verschliessen. Dieser Schutzmechanismus ist sehr effektiv und begleitet mich bis heute. Er scheint nur sehr schwer wieder aufzulösen zu sein. Auf Verletzungen, die natürlich dennoch vorkommen, pflege ich sofort mein Herz zu verschliessen und es dem Gegenüber "zurückzuzahlen". Dabei ist es mir sehr wichtig, dass ICH die Stärkere bin. Ich bin lieber der Täter als das Opfer! Ich betone dann stets, dass ich sehr gut alleine zurecht komme und die anderen dazu nicht brauche. Von aussen wirkt dies äusserst kalt und hart, aber in meinem Inneren sieht es ganz anders aus: ich weiss, dass ich die Liebe der anderen brauche und fühle mich in meinem Sein ungeliebt oder abgelehnt. Da mein Herz in diesem Augenblick jedoch so sehr verschlossen ist, empfinde ich für andere fast nichts mehr und kann in meiner Kälte und Zurückweisung weit über meine eigenen Grenzen hinausgehen. Ich spüre zwar, dass dies sehr selbstzerstörerisch ist, kann aber irgendwie nichts dagegen tun. 

Offenbar hat diese Kältung, das sich-Abschneiden von den eigenen Gefühlen, dazu geführt, dass meine MS entstand. Mein inneres Empfinden sagt mir, dass dem so ist. Der entscheidende Anstoss zur Krankheit stammt also aus der Empfindungsseele als Trägerin der Emotionalität. Ihr ist die Verstandesseele übergeordnet, die den Intellekt stützt. Ihre Dominanz überwältigt und kühlt die Empfindungsseele, was sich schliesslich auch organisch äussert. Es erscheint mir sehr schwierig, dies wieder auszugleichen, dennoch ist es mir ein Bedürfnis. Ich spüre, dass ich mich durch meine innere Kälte und Härte immer mehr vom Leben und den Menschen, die mir viel bedeuten, entferne.

Soweit einige aus der Anthroposophie entlehnte Anstösse. Vielleicht bieten sie auch anderen Betroffenen Hilfe und Unterstützung darin, dem Ursprung ihrer Krankheit auf den Grund zu gehen.

 


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